Wie verändert KI in der Film- und Musikwirtschaft unsere Arbeit?
Um diese Frage ging es Ende September, als die Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft der Wirtschaftskammer Tirol zu ihrer jährlichen Fachtagung in die Bäckerei Kulturbackstube nach Innsbruck eingeladen hat. Im Mittelpunkt standen Spielstätten, Kinokultur, Live-Erlebnisse und der Wandel durch Künstliche Intelligenz. Ich durfte der Branche aus Tirol und Österreich ein KI-Update geben, was mir großen Spaß gemacht hat.
Bernhard Holzhammer, Vorsitzender der Fachvertretung, hat den Tag mit einem Gedanken eröffnet, den ich gut nachvollziehen kann. In Zeiten technologischer Umbrüche brauchen Kreativbranchen nicht nur Fachwissen, sondern echte Begegnungen und klare Perspektiven. Genau das hat diese Veranstaltung geboten, vom Kinosaal bis zur Konzertbühne. Die Pressemeldung der WKO Tirol fasst das Programm zusammen.

KI in der Film- und Musikwirtschaft: Werkzeuge im kreativen Alltag
In meinem Vortrag ging es um den praktischen Umgang mit generativer KI in Film und Musik. Viele der Werkzeuge, die ich gezeigt habe, waren erst wenige Tage alt. Das sagt viel über das Tempo, mit dem sich die Arbeitswelt in der Kreativwirtschaft gerade verändert.
Besonders spannend war für mich der Dialog mit dem Publikum. Die Fragen kamen direkt aus der Praxis von Kinobetreibern, Verleihern, Festivalmachern und Musikschaffenden. Wer täglich mit Bildern und Tönen arbeitet, sieht sehr genau, wo KI hilft und wo sie die eigene Arbeit unter Druck setzt.
Faire Vergütung für Kreativität und Wissen
In Innsbruck wurde schnell klar, dass die Herausforderungen durch KI in der Film- und Musikwirtschaft in Österreich und Deutschland dieselben sind. KI-Modelle werden mit Filmen, Musik, Texten und Bildern trainiert, die Menschen geschaffen haben. Wer diese Werke erschaffen hat, geht bisher meist leer aus.
Wir müssen für die Entlohnung unserer Kreativität und unseres Wissens kämpfen. Diese Frage dürfen wir nicht den Tech-Konzernen überlassen, die mit unseren Inhalten ihre Geschäftsmodelle aufbauen. Dafür braucht es Verbände, Kammern und Verwertungsgesellschaften, die gemeinsam auftreten und zwar über Landesgrenzen hinweg.

Wie KI-Bilder unsere Sehgewohnheiten verändern
Der zweite Punkt betrifft unsere Wahrnehmung. Generierte Bilder und Videos verbreiten sich in sozialen Netzwerken in enormer Menge, und sie haben eine eigene, oft glättende Ästhetik. Je mehr wir davon sehen, desto stärker verschieben sich unsere Sehgewohnheiten und echte Aufnahmen wirken plötzlich ebenfalls anders auf uns.
Ich spreche hier gern von einer Vergiftung unserer realen Bilder. Gerade Filmschaffende sollten das zumindest bei ihren kreativen Entscheidungen bedenken. Welche Bildsprache wähle ich bewusst und wo übernehme ich unbemerkt Muster, die eine Maschine vorgegeben hat? Der Kinosaal, für den an diesem Tag so leidenschaftlich geworben wurde, kann ein Ort bleiben, an dem echte Bilder ihre Kraft behalten.
Orientierung statt Hype
Ich danke der Wirtschaftskammer Tirol und Bernhard Holzhammer für die Einladung und allen Teilnehmenden für die offenen Gespräche. Eine Nacht in Innsbruck war eigentlich zu kurz, ich komme gern wieder.
Sie möchten Ihrer Branche, Ihrem Verband oder Ihrem Unternehmen ein KI-Update geben, suchen eine KI-Keynote in Österreich oder Deutschland oder einen Gast für Ihr Podium? Dann schreiben Sie mir.
Häufige Fragen
Was bedeutet KI in der Film- und Musikwirtschaft? Generative KI erstellt inzwischen Bilder, Videos, Stimmen und Musik in kurzer Zeit. Das verändert Arbeitsabläufe in Produktion, Marketing und Verwertung und setzt etablierte Berufsbilder unter Druck.
Warum ist die Vergütung von Kreativen beim Thema KI so wichtig? KI-Modelle lernen aus Werken, die Menschen geschaffen haben. Ohne faire Lizenz- und Vergütungsmodelle profitieren vor allem die Tech-Konzerne, während Urheberinnen und Urheber leer ausgehen.
Gelten für Österreich und Deutschland dieselben Herausforderungen? Ja, im Kern schon. Beide Länder unterliegen dem europäischen Rechtsrahmen und die Kreativbranchen stehen vor denselben Fragen zu Urheberrecht, Vergütung und Transparenz.
Kann man Prof. Michael Schwertel für ein KI-Update buchen? Ja. Ich halte KI-Keynotes, Workshops und Branchen-Updates in Deutschland, Österreich und der Schweiz und bin auch als Podiumsgast ansprechbar.
Prof. Michael Schwertel spricht und berät zu Künstlicher Intelligenz in Medien, Kommunikation und Organisationen. Themen wie dieses bringt er als Keynote oder Workshop in Redaktionen, Medienhäuser und Unternehmen. Kontakt und Vortragsthemen



