Artikel über Prof. Michael Schwertel KI-Weiterbildung Deutschland - KI-Experte und Keynote Speaker aus NRW

KI-Weiterbildung in Deutschland: 20-Euro-Tools, die kaum jemand wirklich nutzt

KI-Weiterbildung wäre die Lösung in Deutschland

Für rund 20 Euro im Monat hat heute fast jeder Zugang zu einem leistungsstarken KI-Sprachmodell. Das ist, als würde ein Ferrari vor der Tür stehen. Und trotzdem fahren die meisten Menschen ohne KI-Weiterbildung damit im ersten Gang. Sie sind damit immer noch schneller als Fahrradfahrer, aber das eigentliche Potenzial dieser Technologie bleibt ungenutzt, weil das Verständnis für die Grundlagen fehlt.

Genau das ist das Paradox, das ich in meiner täglichen Arbeit als KI-Keynote-Speaker und Berater immer wieder erlebe. Die Technologie ist verfügbar, erschwinglich und mächtiger als je zuvor. Aber KI-Weiterbildung in Deutschland wird noch zu oft als Nice-to-have behandelt, nicht als strategische Notwendigkeit.

Was gerade wirklich passiert

Anfang 2025 verkündete US-Präsident Trump das „Project Stargate“, ein milliardenschweres Investitionsprogramm in amerikanische KI-Infrastruktur. Wenige Tage später brachte das chinesische Unternehmen DeepSeek ein konkurrenzfähiges Sprachmodell auf den Markt, entwickelt für einen Bruchteil der Kosten. Das Rennen um die leistungsfähigste KI ist längst ein geopolitisches Kräftemessen. USA gegen China, mit Europa bislang eher in der Zuschauerrolle.

Das hat Konsequenzen. Wer keine eigene KI-Infrastruktur aufbaut, macht sich abhängig von Unternehmen, die ihre Preise irgendwann frei bestimmen können. Und wer bei KI-Weiterbildung spart, verschenkt den einzigen Hebel, den Organisationen kurzfristig selbst in der Hand haben.

Die Automatisierung von Büro-Jobs, von sogenannten White-Collar-Jobs, kann wirklich sehr schnell gehen. Es kann noch in diesem Jahr unheimliche Veränderungen geben. Das ist keine Dystopie, sondern eine realistische Einschätzung auf der Basis dessen, was wir bereits beobachten.

Drei Jahre sind in der KI-Entwicklung eine Ewigkeit

Ich habe kürzlich eine Masterarbeit betreut, in der ein Student einen Aktionsplan zur KI-Integration in einem mittelständischen Unternehmen entwickelt hatte. Der Zeitplan war sorgfältig strukturiert. Im ersten Jahr dies, im zweiten Jahr das, im dritten Jahr jenes. Mein erster Gedanke war schlicht: Oh Gott.

Wer 2023 einen Drei-Jahres-Plan für KI aufgestellt hat, hat etwas geplant, das erst jetzt, im Jahr 2026, umgesetzt würde. Nur 2023 war gerade der Anfang von ChatGPT. Drei Jahre sind in der KI-Entwicklung eine Ewigkeit. Was wir brauchen, ist eine flexible, dynamische Entwicklung, die zwar grob geplant ist, die aber immer wieder angepasst wird. Wir können nicht sagen: Wenn wir jetzt das und das machen, dann stehen wir in fünf Jahren gut da. Denn wir wissen ja jetzt nicht mal, was in zwei Monaten ist.

Wo Deutschland seine Stärke hat

Europa ist nicht überall heillos abgeschlagen, auch wenn das manchmal so klingt. Deutschland belegt heute im weltweiten Vergleich Platz drei bei der Roboterdichte, hinter Südkorea und Singapur, und in Europa sogar Platz eins. Das ist eine Karte, die ausgespielt werden kann.

Der entscheidende Megatrend heißt Embodied AI: Die Verbindung intelligenter Algorithmen mit physischen Systemen. Gemeint sind Roboter, die nicht nur dieselben vordefinierten Bewegungen immer wieder ausführen, sondern die in Echtzeit lernen und sich anpassen. Die in Sekundenbruchteilen hunderttausende mögliche Situationen durchrechnen können und dann entscheiden.

Genau hier könnte Deutschland seine Stärke ausspielen. Nicht im Software-Sektor, in dem Europa ins Hintertreffen geraten ist, sondern in der physischen Welt, bei der Verbindung von Maschinen mit intelligenten Algorithmen. Gut ausgebildete Fachkräfte, eine starke Industriebasis und gewachsene Unternehmensstrukturen sind dabei echte Vorteile, keine Beruhigungspillen. Dazu schreibe ich gerade an einem Buch für den Hanser-Verlag „Wenn KI einen Körper bekommt. Wie Robotik und Embodied Al unsere Realität verändern“

Dieser Vorsprung lässt sich aber nur ausspielen, wenn schnell genug gehandelt wird.

Was Berlin falsch macht

Ich war kürzlich zu Gesprächen in Berlin. In den Ministerien hieß es: Wir gucken, dass wir in der Weiterbildung (und besonders KI-Weiterbildung) Geld sparen. Meine Reaktion war unmissverständlich: Nein. Eben gerade nicht dort sparen.

In Indonesien gibt es Programme, nach denen Menschen über 40 eine KI-Weiterbildung absolvieren müssen. Das halte ich für absolut sinnvoll. KI-Kompetenz und Medienkompetenz sind auch für ältere Beschäftigte notwendig. Weiterbildung ist keine Option, sondern strategisch notwendig.

Die EU hat mit dem AI Act einen Rahmen geschaffen. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug, auf dieser Basis Innovationen zu fördern, und das schließt Förderprogramme für Weiterbildung der Bevölkerung ausdrücklich ein.

Was Unternehmen konkret tun können

Weiterbildung ist in diesem Kontext kein Kostenfaktor, sondern ein Multiplikator. Wenn ich wenige Stunden in KI-Weiterbildung investiere, dann habe ich mich in den nächsten Jahren in der Leistungsfähigkeit verzehnfacht. Die Einführung von KI alleine macht es nicht aus. Es sind die Menschen, die den Unterschied machen.

Man darf dabei nicht denken, dass man nach der Einführung von KI weniger denken muss. Das Gegenteil ist der Fall, denn wer KI ernsthaft einsetzt, muss mehr lernen, weil er jetzt auch viel mehr machen kann. Mit mehr Möglichkeiten kommt mehr Verantwortung und mit mehr Verantwortung kommen mehr Lösungen.

In Unternehmen braucht es jemanden, der genau das überwacht. Jemanden, der für die konstante Weiterbildung der Mitarbeiter zuständig ist und die richtigen Tools auswählt. Was nicht ausreicht, ist zu sagen: Wir haben da einen Praktikanten, der hat sich da mal schlau gemacht.

Eine große Hürde ist dabei oft die Unternehmenskultur selbst. Die Frage, ob die notwendige Neugier vorhanden ist und die Lust zum Spielen. Wer wartet, bis alles geklärt ist, wartet zu lange.

Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell

Regionen in Deutschland könnten ein neues Silicon Valley werden? Die Frage mag provokant klingen. Aber die eigentliche Frage dahinter ist sehr ernst. Stehen in Deutschland, in NRW, in Oberberg die Weichen auf Zukunft?

Die Antwort ist nicht einfach Ja oder Nein. Sie hängt davon ab, ob Unternehmen, Gesellschaft und Politik gleichzeitig handeln, jeder seinen Teil erledigt und ob wir aufhören, einen Schuldigen zu suchen, den wir uns angesichts des Tempos dieser Entwicklung schlicht nicht leisten können.

Irgendwann haben die anderen Ferraris einfach zu viel Vorsprung ohne KI-Weiterbildung.


Wenn Sie den vollständigen Artikel in der Kölnischen Rundschau lesen möchtest, finden Sie ihn in der Printausgabe von Torsten Sülzer hier.

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Artikel über Prof. Michael Schwertel KI-Weiterbildung Deutschland - KI-Experte und Keynote Speaker aus NRW
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