Ich freue mich sehr, dass ich im aktuellen Artikel von ZDFheute zum Thema KI-gestützte Chatbots aus China zitiert wurde. Der Beitrag beschäftigt sich mit dem KI-Modell DeepSeek, das in kurzer Zeit weltweit Aufmerksamkeit erregt hat. Nicht nur wegen seiner technischen Leistungsfähigkeit, sondern auch wegen seiner politischen und kulturellen Prägungen.
DeepSeek und die Hintergründe
DeepSeek ist ein Chatbot-System aus China, das Anfang 2025 auf den Markt kam. Im Unterschied zu vielen anderen großen Modellen wie ChatGPT wurde DeepSeek offenbar nach den Zensurvorgaben der chinesischen Führung programmiert: Bei sensiblen Themen, etwa zur Geschichte des Tian’anmen-Massakers oder zur politischen Lage Taiwans, weicht das System aus oder bricht die Antwort ab.
Diese selektive Reaktion ist kein Zufall, sondern vermutlich Teil des Design- und Trainingsprozesses des Modells. In der ZDFheute-Berichterstattung wird deutlich, dass DeepSeek zwar gelegentlich neutral oder sachlich antwortet, aber an bestimmten Stellen bewusst Beschränkungen einbaut.
Warum das größer gedacht werden muss
In meinem Zitat im Artikel habe ich genau diesen Punkt betont:
Wir brauchen dringend ein Bewusstsein dafür, dass KI nicht einfach „neutrale Datenfilter“ sind, sondern Weltbilder abbilden. Das heißt:
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KI ist kein sachliches Informationsmedium, sondern ein System, das aufgrund seiner Trainingsdaten, Zielsetzungen und regulatorischen Vorgaben Antworten produziert.
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Diese Antworten spiegeln kulturelle, politische und ideologische Prägungen wider, und zwar unabhängig davon, ob wir das bewusst wahrnehmen oder nicht.
Das gilt nicht nur für Modelle aus China, sondern grundsätzlich für alle KI-Modelle weltweit.
Keine Wahl zwischen USA und China
Ein weiterer zentraler Punkt meines Statements im ZDFheute-Artikel lautet:
Wir dürfen uns nicht nur zwischen US-Modellen und chinesischen Lösungen entscheiden müssen. Gerade in Europa benötigt es eigene KI-Modelle, die nicht nur technologisch konkurrenzfähig sind, sondern auch transparenter, rechtskonformer und kulturell reflektierter gestaltet werden.
Je mehr KI in Alltag, Verwaltung und Wissenschaft Einzug hält, desto wichtiger wird es, die Regeln hinter den Antworten zu verstehen – nicht nur die Antworten selbst.
Medienkompetenz als Schlüsselkompetenz
DeepSeek zeigt exemplarisch, was passiert, wenn KI bestimmten politischen Vorgaben folgt:
Sie liefert nicht nur Informationen, sie moduliert sie. Das ist kein bloßer Filtermechanismus, sondern ein Eingriff in die Art, wie Wissen vermittelt wird. In demokratischen Gesellschaften kann dies erhebliche Auswirkungen auf Meinungsbildung und Informationsfreiheit haben.
Deshalb ist nicht nur die technische Weiterentwicklung von KI wichtig, sondern vor allem Medienkompetenz:
Wir müssen verstehen, wie diese Systeme funktionieren, welche Daten sie nutzen und vor allem, welche Mechanismen dahinter stehen.
👉 Zum vollständigen Original-Artikel bei ZDFheute:
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/deepseek-ki-china-zensur-chatbot-100.html



