Die Künstliche Intelligenz verändert Arbeitswelt, Medien und Gesellschaft, aber vor allem tut sie es mit einer Geschwindigkeit, die uns kaum Zeit zum Nachdenken lässt. Das Fachmagazin mediendiskurs hat mich zu genau diesen KI Zukunftfragen interviewt. Hier sind die wichtigsten Thesen über Regulierung etc. aus unserem Gespräch und mein Link zu dem vollständigen Interview.
Das eigentliche Problem ist die Geschwindigkeit
Technologische Innovationen, die Menschen Arbeit abnehmen, gab es schon immer. Der entscheidende Unterschied zur KI: Früher hatten wir mindestens 25 Jahre, um uns anzupassen und neue Berufsfelder zu entwickeln. Heute werden wir wochenweise mit Innovationen konfrontiert, die kaum Zeit für Reflexion lassen. Mein Bild dafür: Es ist, als wäre einen Tag nach Gutenbergs Erfindung der Druckerpresse das Internet erfunden worden.
KI ist keine Intelligenz, sondern eine Simulation
Viele Menschen haben diffuse Ängste vor einer übermächtigen KI, geprägt durch Science-Fiction-Szenarien. Realistischer ist eine andere Gefahr: KI ist eine Simulation von Intelligenz, keine echte. Sie hat keine menschliche Erfahrung, keinen gesunden Menschenverstand. Missversteht sie eine Anweisung, kann das gravierende Folgen haben. Nicht weil sie böse ist, sondern weil ihr der Kontext fehlt. Ein einfaches Beispiel: Man kann alles über Wasser wissen und trotzdem nie gespürt haben, wie es sich anfühlt, in Wellen zu springen.
Besonders heikel wird das, wenn KI für Zwecke eingesetzt wird, für die die Trainingsdaten gar nicht geeignet sind. Etwa in der Psychotherapie. Deutsche Therapiedaten sind nicht öffentlich und damit auch nicht Teil der Trainingsdaten. Das kann zu falschen und im schlimmsten Fall gefährlichen Ergebnissen führen.
Nicht die Jugend braucht einen „KI-Führerschein“, sondern die ganze Gesellschaft
Die Debatte um TikTok-Verbote für unter 16-Jährige greift zu kurz. 14-Jährige gehen oft souveräner mit Social Media um als 40-Jährige, die sich in Verschwörungstheorien verlieren. Das ist kein Alters-, sondern ein Bildungsproblem. In Indonesien gibt es bereits die Pflicht, ab 40 einen KI-Führerschein zu machen. Was wir brauchen, ist eine lebenslange Weiterbildungsinitiative für den gesamten Umgang mit KI und digitalen Medien.
Plattformen können regulieren – sie wollen es nur oft nicht
Das Haftungsprivileg für Plattformbetreiber wird oft damit verteidigt, dass eine Kontrolle aller Inhalte technisch unmöglich sei. Das halte ich für vorgeschoben. Plattformen setzen KI bereits massiv ein, um Nutzerverhalten zu steuern und Aufmerksamkeit zu monetarisieren. Dieselbe Technologie ließe sich für Inhaltsregulierung nutzen. Was fehlt, ist nicht die Technik, sondern der politische Rahmen: Die Gesellschaft, vertreten durch die Politik, muss klar definieren, wo die Grenzen sind.
Digitale Souveränität ist Europas Chance
Europa redet viel über digitale Souveränität. Dabei wäre der erste Schritt simpel: Open-Source-Software statt Milliarden für US-Konzerne. Die Daten, die dabei entstehen, gehören zu den wertvollsten Ressourcen unserer Zeit. Es macht keinen Sinn, sie zu verschenken.
Das vollständige Interview mit allen Fragen und Antworten ist bei mediendiskurs erschienen. Einer der renommierten deutschen Fachzeitschriften für Verantwortung in audiovisuellen Medien. Eine ausführlichere Fassung erscheint im JMS-Report (01/2026).
👉 Zum vollständigen Interview auf mediendiskurs.online
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