Am Freitag habe ich gemeinsam mit Markus Walsch einen Workshop für Redaktionen des BR – Bayerischer Rundfunk geben. Markus ist KI Storyteller und wir kennen uns von einer Veranstaltung des Deutscher Drehbuchverband (DDV), wo wir beide jeweils eine Keynote hielten und anschließend gemeinsam auf dem Podium saßen. Aus diesem ersten Austausch ist nun ein gemeinsamer Workshop entstanden.
Im Zentrum stand 𝗩𝗶𝗯𝗲 𝗙𝗶𝗹𝗺𝗶𝗻𝗴. Nicht zu verwechseln mit Vibe Coding. Ein Ansatz, bei dem aus einer klaren inhaltlichen Idee, einem definierten Vibe und einer strukturierten Prompt Dramaturgie direkt ein Film entsteht. Von der Idee zum bewegten Bild in einem durchgehenden kreativen Prozess.
Wir haben mit KI-Tools gearbeitet, in die im Kern ein Drehbuch eingegeben wird und die daraus ein Video generieren. Entscheidend ist dabei nicht das Tool selbst, sondern wie man es führt. Perspektiven, Kameraachsen, Szenenlogik, Stil, Figuren und visuelle Konsistenz müssen sauber angelegt und trainiert werden. Erst dann entsteht kein beliebiger KI Clip, sondern ein verwertbarer Referenzfilm für Redaktionen, Formatentwicklung, Produktionen oder Pitches.
Für mich persönlich war das auch spannend, weil ich früher intensiv 3D Kurzfilme produziert habe. Mit langen Rendernächten, komplexen Setups und großem technischen Aufwand. Heute entstehen vergleichbare visuelle Skizzen in Minuten. Vibe Filming wird damit zu einem echten kreativen Testlabor, in dem Ideen schnell visualisiert, Stimmungen geprüft und Bildwelten vorab erfahrbar gemacht werden können, bevor eine klassische Produktion startet.
Die Teilnehmenden des BR haben in den praktischen Übungen innerhalb kurzer Zeit Videos von rund anderthalb Minuten Länge erstellt, die sich als Referenz für Filmprojekte oder einzelne Szenen sehr gut eignen. Nicht als Spielerei, sondern als Werkzeug für den redaktionellen Alltag.
Besonders bezeichnend war ein Moment mitten im Workshop, als unsere Tools kurz ins Stocken gerieten. Wir stellten fest, dass Google Nano Banana Pro gerade live ausgerollt wurde. Und plötzlich hatten wir andere Möglichkeiten als noch Minuten zuvor. Genau das zeigt die Dynamik, in der wir uns bewegen. Während wir erklären und zeigen, verändert sich die technologische Grundlage bereits wieder.
Danke an den Bayerischen Rundfunk für das Vertrauen und an Markus Walsch für die inspirierende Zusammenarbeit.



