Ich war Gesprächspartner im DJV Podcast Klartext mit Christian Arndt und spreche in der neuen Folge darüber, warum wir im Journalismus eine andere Haltung zu KI brauchen. Die Redaktion hat ein sehr klares Format geschaffen, das Medienfragen ohne Umschweife angeht. In dieser Episode geht es darum, wie KI redaktionelle Abläufe verändert, welche neuen Möglichkeiten entstehen und weshalb die Rolle von Journalistinnen und Journalisten dadurch sogar wichtiger wird.
Gleich zu Beginn wurde ich aus dem Konzept gebracht, weil mich der Redaktionshund Juki mit einer regelrechten Charmoffensive überwältigt hat. Ich wurde etwas kichernd überrumpelt, weil er mein Bein kitzelte und offenbar überzeugt war, dass ich etwas über KI eigentlich nur ihm erklären wollte.
Für mich war der Besuch beim Hessischen Rundfunk generell auch wieder ein sehr schöner Moment. Vor 30 Jahren habe ich dort als Praktikant in der „Elektronischen Grafik“ begonnen. Damals war Computergrafik brandneu und jeder Tag fühlte sich an wie Zukunft zum Anfassen. Jetzt war ich bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wieder im Haus. Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, wie sich der Kreis schließt und wie rasant sich unsere Branche verändert hat.
Hier geht es zum Podcast: DJV Klartext
Beschreibung der Folge
Dass KI als Werkzeug zur Informationsbeschaffung fungieren und bei der Organisation und Klassifikation von Daten helfen kann, ist die eine Seite. Aber die rasanten technologischen Veränderungen brächten nicht nur moderate Effizienzgewinne mit sich, warnt Michael Schwertel, sondern auch die reale Gefahr von Desinformation und Manipulation. Die Fähigkeit, kritisch mit den von unterschiedlichen KI-Modellen generierten Inhalten umzugehen, sei deswegen essenziell. Ob Deep Seek, Gemini, Open AI oder Mistral – jedes KI-Modell hat seine Eigenheiten, die man kennen muss, um sie optimal nutzen und die Ergebnisse richtig einordnen zu können.
Ein zentrales Thema der Diskussion war die ethische Verantwortung: Für Michael Schwertel ist das Publikum transparent darüber zu informieren, wenn KI bei der Erstellung von Inhalten beteiligt war. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sieht er dabei besonders in der Pflicht, quasi als Fels in der digitalen Brandung aus Fake News und „alternativen Fakten“ durch hohe ethische und journalistische Standards die Qualität und Vertrauenswürdigkeit in der Berichterstattung auch in Zukunft zu gewährleisten.“
Buchtipps von Prof. Michael Schwertel:
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Ray Kurzweil: KI. Das Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Hanser, München Wien 1993, (englisch: The Age of Intelligent Machines, 1990.).
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Ray Kurzweil: . Econ Tb., 1999, (englisch: The Age of Spiritual Machines.).
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Marshall McLuhan ; 1st Ed. McGraw Hill, NY, 1964; reissued MIT Press, 1994, with introduction by Lewis H. Lapham; reissued by Gingko Press, 2003, .
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Marshall McLuhan with Quentin Fiore, produced by ; 1st Ed.: Random House, 1967; reissued by Gingko Press, 2001, .“



